Neurochirurgische Beratung

Vor der Vestibularisparoxysmie Operation ist die neurochirurgische Beratung unumgänglich. Hierbei werden Antworten auf Fragen gegeben, der allgemeine Ablauf der Operation und die anschließende Genesungszeit erläutert. Für die Entscheidung zur Operation kann eine Zweitmeinung sinnvoll sein.

Terminsuche für neurochirurgische Beratung

Neurochirurgische Beratung

Die neurochirurgische Beratung klärt auf und gibt Informationen über die Herangehensweise der Vestibularisparoxysmie Operation.

Wer sich mit der Vestibularisparoxysmie Operation befasst, macht sich auf die Suche nach einem geeigneten Neurochirurgen. Dieser kann eine eigene Praxis haben oder ist an einer Klinik tätig. Meine Suche für einen Termin für eine neurochirurgische Beratung begann wie üblich im Internet. Zuvor habe ich mich selbst damit auseinandergesetzt, welche Kriterien der Neurochirurg erfüllen sollte:

  • Kennt sich die Praxis / Klinik mit der Vestibularisparoxysmie aus?
  • Wie oft wurde diese Operation von diesem Neurochirurgen durchgeführt? (Hier muss man aber die Relation zur Diagnose sehen – die Vestibularisparoxysmie gehört immer noch zu seltenen Erkrankungen und wird dadurch noch seltener operiert. Vergleichbar ist aber die Operation der Trigeminusneuralgie.)
  • Auf Bewertungen im Internet sollte man selbst nicht viel geben. Dennoch ist Vorsicht geboten, wenn Fachärzte überwiegend negativ bewertet wurden.

Nach der Wahl des geeigneten Neurochirurgen erfolgt der Anruf zur Terminvergabe und kostet eigentlich auch nicht mal viel Zeit. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich schon mehrfach am Telefon nach meiner Diagnose gefragt worden bin.

Mein erster Anruf war in einer Uniklinik – fachkompetent und Schulungszentrum, auch für seltene Erkrankungen. So war es auf der Webseite beschrieben. Die Dame am anderen Ende war sich aber dennoch unsicher, bei welchem Facharzt die neurochirurgische Beratung für die Vestibularisparoxysmie Operation sinnvoll wäre. Unser Telefonat hat also etwas länger gedauert. Termin war nun gefunden und ich ging eigentlich ganz optimistisch an die ganze Sache ran, schließlich ist es nur eine neurochirurgische Beratung und ob ich mich operieren lasse, das kann ich zum Glück noch selbst entscheiden.

Vertrauen gehört zum ersten Eindruck

Ein bisschen Aufregung zum Termin war nun dabei, ich kannte noch keinen Neurochirurgen und wusste auch nicht, wie deren Herangehensweise ist. Ich habe alle Befunde und MRT Bilder mitgenommen und die neurochirurgische Beratung startete mit der Nachfrage, wie sich denn die Vestibularisparoxysmie äußert, wie lange ich Medikamente nehme und warum ich mich für eine Vestibularisparoxysmie Operation entschieden habe.

So ein bisschen kam es mir wie eine Frage-Antwort Stunde vor, bei der ich wahrheitsgetreu und schnell alles beantworten muss. Der Neurochirurg legte danach gleich los, sah sich meine MRT Bilder an, bat mich um neue Aufnahmen und erläuterte den Operationsablauf. Bis hierhin war für mich alles soweit in Ordnung, schließlich ging ich nicht ganz ungebildet zu diesem Termin und hatte auch vorab mit Vestibularisparoxysmie Operierten sprechen können.

Danach fragte er, ob ich schon mal den Operationsbogen haben möchte, auf dem alles noch mal zur Operation erläutert wird. Ich fand das sehr gut, da ich eher ein Mensch bin, der auch im Nachhinein lieber noch mal nachliest. Währenddessen er diesen Bogen ausdruckte, philosophierte er über die Richtigkeit des Bogens und das auch alles juristisch abgeklärt sei, gerade weil es um OP Risiken und Operationsfolgen geht.

Erst hatte ich gedacht, er macht Scherze und wolle die neurochirurgische Beratung ein bisschen auflockern. Aber ich irrte mich. Nach dem juristischen Beitrag kamen die Risiken und OP Folgen der Vestibularisparoxysmie Operation wie von selbst aus seinem Mund „geschossen“, als würde er den ganzen Tag nichts anderes erzählen. Ab da an war für mich dann Feierabend. Ich habe nicht mehr zugehört. Es waren zu viele Informationen für mich, die ich erst einmal verdauen musste. Mit einem „Auf Wiedersehen, ich brauche noch Zeit und melde mich.“ verließ ich die Klinik und war regelrecht geschockt.

Tatsächlich brauchte ich einige Tage, um alles zu verarbeiten. Immer wieder habe ich mir den OP Bogen angesehen und fing nun an zu grübeln, ob denn eine Vestibularisparoxysmie OP das Richtige für mich ist.

Zweitmeinung kann bei Entscheidung helfen

Wie auch schon bei der Diagnosefindung zum Schwindel bin ich nach wie vor der Meinung, dass für eine neurochirurgische Beratung auch eine Zweitmeinung eingeholt werden sollte. Nicht nur, um auch einen anderen Neurochirurgen kennenzulernen, sondern auch, um festzustellen, ob man sich selbst bei einem anderen Neurochirurgen besser aufgehoben fühlt.

Ich bin also zur zweiten neurochirurgischen Beratung, in eine andere Klinik gegangen. Schon der erste Eindruck im Krankenhaus war ein ganz anderer, er war besonders positiv und ich hatte nicht das Gefühl, als würde sich alles um juristisch beglaubigte OPs drehen.

Vom ersten Termin war ich nun schon einiges gewohnt und mich konnte nichts mehr schocken. Der Neurochirurg hatte eine besonders ruhige Art, was mich persönlich anspricht. Denn wer an meinem Kopf operiert, sollte nicht wie ein Flummi auf dem Stuhl hin- und herrutschen, sondern entspannt sein und ruhige Hände haben.

Dieses Mal gab es auch eine Frage-Antwort Stunde, aber mit dem Hintergedanken, herauszufinden, ob die Vestibularisparoxysmie wirklich für meine Schwindelattacken verantwortlich ist. Der Neurochirurg wies mich darauf hin, dass die Vestibularisparoxysmie OP erst als wirksam erwiesen ist, wenn der Patient schwindelfrei wird. Es ist sozusagen eine Chance von 50 zu 50.

Bei dieser neurochirurgischen Beratung gab es auch keinerlei negative Eindrücke und die Aufklärung über die OP Folgen wurde auf später verschoben. Es war eher eine Beruhigung und der Hinweis darauf, dass ich keine Angst haben müsse, denn hochmoderne medizinische Geräte sorgen während der OP dafür, dass Folgen wie Taubheit auf der betroffenen Seite gar nicht erst auftreten.

Es ist immer sinnvoll, sich eine Zweitmeinung zu holen. Denn gerade dann fällt die Entscheidung leichter und nicht jeder Neurochirurg passt menschlich gesehen zu jedem Patienten. Die erste neurochirurgische Beratung hat mir im Nachhinein so viel zu denken gegeben, dass ich mich keinesfalls in dieser Klinik operieren lassen möchte. So war es gut und richtig, dass ich die Zweitmeinung in Anspruch genommen habe, um nun zumindest entspannter an die Vestibularisparoxysmie Operation heranzugehen.