Vestibularisparoxysmie Operation – Heilungschance?

Nach etwa 4 Jahren Schwindelattacken und der Diagnose mache ich mir schon meine Gedanken, ob eine Vestibularisparoxysmie Operation meine Lebensqualität noch mehr steigern oder diese vielleicht vollständig zurückbringen könnte. In diesem Fall handelt es sich um die Operation nach Jannetta, bei der die Arterie vom Nerv getrennt wird.

Dekompression – Trennung von Arterie und Nerv

Vestibularisparoxysmie Operation

Die Vestibularisparoxysmie Operation übernimmt ein Neurochirurg. Hierbei werden Arterie und Nerv voneinander getrennt bzw. die Arterie mit einer Art Polster versehen.

Als Vestibularisparoxysmie Patientin habe ich großes Glück, Leidensgenossen kennenlernen zu dürfen, die genau wie ich, jeden Tag mit dem Schwindel zu tun haben. Ich habe Patienten kennengelernt, deren erste Frage nach Erhalt der Diagnose war: „Kann man die Vestibularisparoxysmie operieren?“. Zuerst wird jedem Patienten nahegelegt, sich nicht damit zu beschäftigen, sondern zuerst die Lebensqualität mit der Einnahme von Antiepileptika zu steigern.

Bei der operativen Trennung der Arterie vom Nerv handelt es sich um eine Dekompression, bei der ein sogenanntes Schwämmchen aus Teflon hilft. Hört sich zumindest erst einmal plausibel an. Dennoch kommen große Zweifel auf, wenn der behandelnde Neurochirurg mehrmals fragt, ob Antiepileptika wirklich wirken und inwieweit die Lebensqualität durch die Vestibularisparoxysmie eingeschränkt ist.

Ich habe beim Operationsthema selbst gemerkt, dass man nervlich sensibler wird, viele Dinge hinterfragt und selbst in sich reinschaut, im Sinne von: Wie war das damals, als ich die Diagnose bekam? Wer hat diese Diagnose gestellt? Konnte man den Gefäß-Nerv-Kontakt auf dem MRT sehen? Haben die Antiepileptika wirklich sofort gewirkt? Wie fühlen sich die Schwindelattacken an?

Jede meiner Fragen kann ich eigentlich beruhigt beantworten und wenn ich es richtig nehme, weiß ich, dass dieser Gefäß-Nerv-Kontakt an meinen Symptomen schuld hat. Dennoch birgt diese Operation Risiken und man wünscht sich nichts sehnlicher, als danach aufzuwachen und schwindelfrei durchs Leben zu gehen.

Angst vs. positive Gedanken

Für mich steht die Vestibularisparoxysmie Operation dennoch im Raum, als würde ich noch Jahre brauchen, bis ich mich voll entschieden habe. Um mir selbst zu helfen und zu verstehen, was bei dieser Operation passiert, habe ich mich viel damit beschäftigt, bin auf die Suche gegangen, nach einem für mich passenden Neurochirurgen, habe Beratungen in Anspruch genommen und hatte mich eigentlich entschieden: Die Vestibularisparoxysmie Operation wird durchgeführt.

Das ist aber nicht so, als wäre diese Entscheidung leicht gefallen und zugegeben: Ich werde mehr Angst haben, als jemals zuvor. Umso näher dieser Termin rückt, umso mehr zweifle ich, ob eine Operation wirklich das Richtige für mich ist. Aber dennoch werde ich immer daran denken, wie das Leben ohne Schwindel ist, dass mir dadurch neue Wege offen stehen und meine Lebensqualität wieder so ist wie früher. Das sind zumindest die positiven Gedanken, die meine Angst ein bisschen wegschieben.

Operation abgesagt

Wie es nun im Leben immer mal so kommt, Entscheidungen können sich von jetzt auf gleich ändern. Mehr dazu im Beitrag Seitenbestimmung für die Operation.