Unterstützung von Angehörigen

Es wird Zeit, auch die Unterstützung von Angehörigen, der Vestibularisparoxysmie Patienten, in diesem Blog zu erwähnen. Schließlich müssen sie eine Menge ertragen. Sie müssen sich jeden Tag aufs Neue anhören, wie grausam dieser Schwindel ist, sie müssen zuhören, sich Dinge merken und ein bisschen Psychologe sein. Die Angehörigen von Vestibularisparoxysmie Patienten können sich sicherlich nicht annähernd vorstellen, wie es ist, wenn der Tag schon mit Schwindel beginnt, aber sie können sich einfühlen, sie können etwas dazu sagen oder zumindest einen Teil der Liebe geben, die ein Schwindelpatient in diesem Moment braucht.

Danke, an die Angehörigen und Freunde, die das verstehen!

Ist der Schwindel erst mal da, wird der Wunsch besonders groß, dass dieser wieder geht. Als Patient mit einer Vestibularisparoxysmie fühlt man sich schnell alleingelassen. Der behandelnde Arzt hört doch nur ein paar Minuten zu, obwohl man doch eigentlich hofft, dass er Antworten auf alle Fragen hat. Schön ist es, wenn man die Möglichkeit hat, zu einer Verhaltenstherapie zu gehen. Diese kann man zumindest ein- bis zweimal die Woche nutzen.

Aber was ist mit der restlichen Zeit? Als Patient möchte man sich ausquatschen, sein Leid teilen, weinen, ironisch sein, den Sarkasmus auspacken und vielleicht auch wütend sein, dass man an der Vestibularisparoxysmie erkrankt ist. Auch wenn ich sage, ich kann derzeit gut mit dem Schwindel umgehen, heißt es nicht, dass ich alleine sein möchte. Und ich bin unglaublich dankbar, dass ich Angehörige habe, die mich verstehen, die wahrscheinlich schon meine Krankenakte besser kennen und die meine hoffnungsvollen Sätze und Gedankensprünge, wie ich die Welt besser machen kann, dass es mir besser geht, ertragen.

Zusätzlich müssen meine Angehörigen viel mehr aushalten. Ich bin ein Mensch, der hinterfragt und nie locker lässt, weil ich alles genau wissenschaftlich bewiesen haben muss. Und so kommt es, dass ich stundenlang darüber philosophiere, wie man den Patienten mit der Vestibularisparoxysmie noch helfen könnte.

Angehörige sind eine wichtige Stütze

Abgesehen davon, dass die Angehörigen zuhören und verstehen, sie sind auch eine wichtige Stütze. Wenn es Tage gibt, an denen selbst der Gang zum Supermarkt besonders schwerfällt, werde ich begleitet. Selbst das Schuhekaufen wird obligatorisch mit einem Satz: „Warte, ich helfe Dir!“ überwacht. An Schwindeltagen muss ich besonders aufpassen, dass ich geradeaus laufe und nicht mit den Gedanken woanders bin. Da sind meine Angehörigen zur Stelle, ebnen mir den Weg, laufen langsamer oder nehmen mich ohne Worte an die Hand. Ich werde von A nach B gefahren, wenn es mir nicht ganz so gut geht, ich werde begleitet, zu Ämtern oder besonders aufregenden Terminen, jeden Tag werde ich nach meinem Wohlbefinden gefragt, mir werden Lebensmittel aus dem Supermarkt mitgebracht, die ich gerne mag. Es wird Rücksicht genommen und so respektiert, wie es nun mal ist.

Die Vestibularisparoxysmie geht leider nicht von einem Tag zum anderen, oftmals dauert es Jahre, bis Patienten überhaupt die Diagnose bekommen und ich könnte mir vorstellen, jeder, der Angehörige und natürlich auch Freunde hat, die unterstützend wirken, sind unglaublich dankbar.

Für einige Angehörige und Freunde ist es sicherlich unglaublich schwierig, jemanden in der Familie zu haben, der unter Schwindel leidet. Oft habe ich von anderen Patienten gehört, dass es seitens der eigenen Angehörigen einfach an Respekt und Liebe fehlt. Es ist schwer nachzuvollziehen, denn Unterstützung hat wohl jeder verdient. Vielleicht fehlt es an Unterstützung von Angehörigen, weil man es selbst nicht glauben kann oder nicht weiß, wie es ist, an Schwindel zu leiden. Ich hoffe sehr, dass jeder mit einer Vestibularisparoxysmie die Unterstützung erhält, die er braucht, um wenigstens ein paar positive Momente außerhalb des Schwindels genießen zu können.