Zahnarztbesuch mit Schwindel

Alle Jahre wieder oder zumindest zweimal im Jahr steht der reguläre Zahnarztbesuch an. Schon bei der Terminvergabe geht das große Schwitzen los. Der Gedanke an den Zahnarztbesuch reicht schon, um kleinere Schwindelattacken auszulösen. Als ich noch nicht wusste, dass es sich bei mir um eine Vestibularisparoxysmie handelt, ist mir schon beim Gedanken an den Zahnarztbesuch ganz anders geworden. Aber es bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als diesen Termin über sich ergehen zu lassen.

Kommunikation mit dem Zahnarzt

ZahnarztbesuchFrüher hatte ich einen Zahnarzt, der ließ nicht mit sich reden. Es machte den Anschein, als hätte er keine Lust und als würde er sich daran erfreuen, beim Bohren oder bei der Zahnsteinentfernung eine Frage stellen zu können, auf die er keine Antwort bekommt.

Mit dem Schwindel im Kopf sollte ich nun zu diesem Zahnarzt gehen? Wie soll ich ihm klarmachen, dass er doch bitte sensibel mit mir umgehen soll? Da ich mal zu einem anderen Zahnarzt, aufgrund der Notfallsprechstunde musste, habe ich gleich die Gunst der Stunde genutzt und bin dort geblieben.

Auch ohne Schwindel sollte es wohl möglich sein, mit seinem behandelndem Zahnarzt zu kommunizieren. Es dauerte also nicht lange und der nächste Zahnarztbesuch stand an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer sinnvoll ist, den Zahnarzt über seine Schwindelattacken in Kenntnis zu setzen.

Dabei muss man nicht viel erklären. Ein Zahnarzt wird es verstehen, dass er den Stuhl nicht in die totale Waagerechte fahren sollte und schon gar nicht so weit, dass man als Patient kurz vor dem Kopfstand steht.

Viele Patienten mit einer Vestibularisparoxysmie werden auch wissen, dass nicht nur der Zahnarztstuhl Schuld an Schwindelattacken sein kann. Auch die Arbeit des Zahnarztes selbst, wie beispielsweise das Bohren, die Zahnsteinsteinentfernung und Kronenabdrücke sind für Schwindelpatienten keine angenehme Sache. Denn hierbei ist es wichtig, dass man in der gleichen Position bleibt, um natürlich die Behandlung nicht zu gefährden. Manch einer verkrampft sogar und hat Tage später noch mit Muskelverspannungen zu tun.

Jeder Patient ist individuell

ZahnarztbesuchWichtig ist immer, den Zahnarzt vor der Behandlung nochmal über die Vestibularisparoxysmie zu informieren, auch wenn diese Diagnose bereits in der Patientenakte vermerkt ist. Ein Zahnarzt hat pro Tag mehrere Patienten und so auch hundert davon innerhalb eines Jahres. Man sollte ihm nachsehen, dass er sich nicht alles merken kann, auch wenn das eigene Anliegen für den Patienten eine besonders hohe Priorität hat.

Es reicht vollkommen aus, zu sagen: „Denken Sie bitte an meinen Schwindel!“ Da jeder Patient individuell ist, ist auch der Schwindel bei jedem verschieden. Mit der Vestibularisparoxysmie kann vielleicht der eine ohne Pause behandelt werden, der andere dagegen braucht bei einer längeren Zahnarztbehandlung mehrere kleinere Pausen.

Schwindel beim Zahnarztbesuch hängt immer von verschiedenen Faktoren ab:

  • Allgemeinzustand und Wohlbefinden
  • Angst vor der Behandlung (der Blutdruck steigt und die Pulsintensität nimmt zu)
  • negative Einflüsse (Verständnislosigkeit des Zahnarztes oder dessen Kollegen)
  • klimatische Veränderungen (beispielsweise im Winter und Zahnarzträume sind stark beheizt)
  • Behandlung und Dauer

„Moment, ich muss mich erst sammeln.“

Ich habe es mir angewöhnt, nach der Behandlung nicht gleich vom Zahnarztstuhl zu spingen. Gerade nach einer längeren Behandlung (auch Zahnreinigung) braucht man doch etwas, sich wieder zu sammeln und wenn nötig auch auszuschwindeln. Wie auch jeden Morgen sitze ich dann ein bis zwei Minunten auf dem Bett und stehe dann erst auf.

Auch wenn ein Zahnarztbesuch für einen Patienten mit Vestibularisparoxysmie nicht sonderlich angenehm ist, bewährt es sich, wenn vielleicht eine kleine Belohnung auf einen wartet. Positive Aspekte streicheln die Seele und lassen vielleicht auch die Schwindelattacken vom Zahnarztbesuch schneller wieder vergessen.