Wetter und seine Auswirkungen auf die Vestibularisparoxysmie

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich an meiner Diagnose der Vestibularisparoxysmie zweifle. Ja, es gibt sie tatsächlich noch, solche Tage, an denen der Schwindel keine Ruhe gibt und sich schon als Dauerschwindel bemerkbar macht. Und gerade an solchen Tagen spielt das Wetter verrückt.

Wetterwechsel mit Regen, Sturm und Co

Wetter und seine Auswirkungen auf die VestibularisparoxysmieKurz nach meiner Blinddarm-OP bekam ich damals die erste heftige Schwindelattacke, die mich bald auf den Boden katapultierte. Ich suchte Hilfe bei der Krankenschwester auf meiner Station, die Folgendes sagte: “ Ach, wissen Sie, wenn mir schwindlig ist, dann ist es immer das Wetter! Das wird bei Ihnen jetzt wohl auch so sein.“

Nun stellt sich mir die Frage, ob es denn wirklich immer das Wetter sein kann. Denn wie wir bekanntermaßen wissen, müssen wir Menschen uns mit dem Klimawandel auseinandersetzen. So sind wir nicht davor gefeit, uns den Wetterumschwüngen so schnell wie möglich anzupassen und wenn möglich das auch auszuhalten.

Ich habe mal besonders darauf geachtet, wann mich das Wetter mit meiner Vestibularisparoxysmie so richtig außer Gefecht setzt. Heute früh beispielsweise stand ich ganz normal auf, ohne Schwindelattacken und es sah wirklich danach aus, als würde es ein guter Tag werden.

Da ich mit meiner Vestibularisparoxysmie auch Arbeitspausen einlegen sollte, habe ich mir tatsächlich heute eine Stunde Pause am Mittag gegönnt. Während der Pause ging es dann los. Aus dem Nichts heraus traten die ersten Schwindelattacken auf, die dann in einen Dauerschwindel übergingen und irgendwie fühlte ich mich benommen. Ein Anruf einer Verwandten wies mich auf das aktuelle Wetter hin: „Ich wollte mal fragen, wie es Dir geht, bei dem Wetter.“ In dem Moment wurde es mir klar: Der Blick aus dem Fenster zeigte Regen und somit die Begründung für den heftigen Attackenschwindel.

Es war aber nicht das einzige Mal, an dem mir das auffiel. Auch in den Sommermonaten, wenn sich das Wetter ändert und ein Gewitter naht, bin ich wohl die Erste, die das voraussagen kann. Ich habe dieses Phänomen auch bei meinem Neurologen angesprochen, der das bejahte und mich nochmals darauf hinwies, dass es sich bei der Vestibularisparoxysmie auch um eine Art Gefäßerkrankung handelt. So wie Schmerzpatienten erhöhte Schmerzintensität bei Wetterwechsel wahrnehmen, so ist das wohl auch bei den Schwindelpatienten mit dem Schwindel.

Vestibularisparoxysmie im Sommer

Wetter und seine Auswirkungen auf die VestibularisparoxysmieJeder, der an der Vestibularisparoxysmie leidet, wird auch wissen, dass die Sommermonate generell alles andere als angenehm sind. Umso höher die Temperatur steigt, umso heftiger werden auch die Schwindelattacken.

Da ich von zu Hause aus arbeite, habe ich mir im letzten Jahr eine Klimaanlage für das Arbeitszimmer angeschafft. Ich habe gemerkt, dass es mir in Räumen, in denen eine Klimaanlage läuft, deutlich besser geht. Die Temperatur der Klimaanlage sollte natürlich nicht zu kalt sein, so reicht es vollkommen aus, wenn diese mit max. 5 Grad weniger als draußen läuft, um die Schwindelattacken der Vestibularisparoxysmie wenigstens für diese Zeit zur Ruhe zu bringen.

Dr. Thomas Weiss erklärt im Video die Wetterfühligkeit, wie sie entsteht und wie man diese vielleicht positiv beeinflussen kann.