Sitzen am PC mit Vestibularisparoxysmie

Jeder, der an Vestibularisparoxysmie leidet, wird sich fragen, ob das Sitzen am PC für längere Zeit überhaupt möglich ist. Ich sage, es ist möglich, aber nur mit der richtigen Sitzhaltung, dem optimalen Arbeitsplatz und mit mehreren Pausen.

Richtige Sitzhaltung für das Vermeiden von SchwindelSitzen am PC

Das Sitzen am PC ist eigentlich relativ einfach – zumindest, wenn man die richtige Sitzhaltung einnimmt. Dabei zählt wohl immer der 90° Winkel bei Armen und Beinen und zusätzlich muss man auch noch auf den Kopf achten.

Im Laufe meines Lebens habe ich mir Arbeitsplätze ausgesucht, bei denen ich überwiegend am Schreibtisch sitze. Irgendwann kam auch mal die Arbeitssicherheit vorbei und maßregelte mich, ich solle doch bitte darauf achten, dass auch der Monitor in einem richtigen Blickwinkel auf dem Tisch steht.

Das soll heißen, der Blick sollte immer auf den Monitor gerichtet sein, und zwar so, dass die Halswirbelsäule nicht eingeknickt, sondern eher gestreckt wird. Bei einem Arbeitgeber war es möglich, einen Bürostuhl zu bekommen, der neben Armlehnen auch eine Kopfstütze hatte. So konnte ich gerade sitzen und nebenbei, wenn nicht sogar unauffällig, meinen Kopf zu entspannen.

An manchen Tagen war ich fast drauf und dran, die Rollen des Hightec-Bürostuhls abzuschrauben. Denn jede noch so kleine Bewegung ließ mein Gleichgewicht arbeiten und somit dauerte es auch nicht lange bis zur nächsten Schwindelattacke. Das Aufspringen vom Bürostuhl kann ich seit dem Schwindeldasein komplett vergessen. Ich brauche einige Sekunden, um mich sozusagen zu sammeln oder wie ein Yogalehrer sagen würde: „Balancieren Sie Körper und Geist aus!“.

Die Augen übermitteln Informationenabstract-1231889_640

Nicht nur der Bürostuhl beeinflusst das Sitzen am PC. Jeder Schwindelpatient weiß womöglich auch, dass die Augen eine wichtige Rolle spielen.

Bei der Vestibularisparoxysmie ist es sehr wichtig, dass keine zu schnellen Bewegungen stattfinden. Das heißt: Das Scrollen der Maus ist hierbei ein wichtiger Aspekt, das betrifft auch das Scrollen auf dem Smartphone. Wenn die Bildgebung zu schnell wechselt, schaffen es die Augen nicht, die richtige Information an das Gehirn zu geben, so häufen sich die Schwindelattacken mit unterschiedlicher Intensität sogar im Sitzen am PC.

Wer merkt, dass die Vestibularisparoxysmie am Bildschirm keine Ruhe gibt, sollte den Blick abwenden (Smartphone beiseite legen) und wenn möglich aus dem Fenster schauen. So kann sich das Gleichgewichtssystem wieder beruhigen.

Einrichten des Arbeitsplatzes

Aufgrund der Vestibularisparoxysmie arbeite ich im Homeoffice. Für die einen hört sich das perfekt an, für andere bietet das keine Option. Das Gute daran ist, dass ich mir selbst meine Zeit einteilen und auch selbst entscheiden kann, wann und wie lange ich das Sitzen am PC ertragen kann (möchte).

Wenn ich es richtig nehme, dann sieht es niemand, an welchen Tagen mich die Vestibularisparoxysmie so richtig ärgert. Dennoch muss ich aufrgund meiner Tätigkeit immer nett und freundlich zu meinen Kunden sein, auch wenn es wahrlich in Schwindelmomenten nicht einfach ist. Ich habe mir meinen Büroplatz selbst eingerichtet. Dabei habe ich auch darauf geachtet, dass ich nicht direkt an der Heizung oder am Fenster sitze. Die Vestibularisparoxysmie wird so richtig bei Wärme angeheizt und so kann es passieren, dass ich durch die Attacken nicht mal mehr in der Lage bin, gerade am PC zu sitzen.

Für das Sitzen am PC kann ich folgende Dinge empfehlen, die aber nicht auf jeden Patienten mit Vestibularisparoxysmie zutreffen müssen:

  • Bürostuhl mit Armlehnen (auf Wunsch können Rollen abgeschraubt und durch Filzgleiter ersetzt werden)
  • richtige Sitzhöhe (Beine zum Boden, Tischhöhe – Informationen zur ergonomischen Sitzhaltung gibt es bei jeder Krankenkasse oder Physiotherapie)
  • großer Monitor (Bei kleineren Monitoren sitzt man angestrengt, um alles zu sehen)
  • Arbeitsplatz nicht direkt an der Heizung oder am Fenster
  • Je nach Wunsch mehrmalige Pausen und Blick weg vom Bildschirm
  • Nach Bedarf kleines weiches Kissen zwischen Lehne und Becken (hilft dabei, gerade zu sitzen und stützt)