Schlaf mit Vestibularisparoxysmie

Gerade heute fällt mir das Schreiben über die Thematik Schlaf bei Vestibularisparoxysmie besonders leicht. Es war wieder eine dieser Nächte, die mich wach werden ließ, aus welchen Gründen auch immer. Schon beim Wachwerden meldet sich der Schwindel. Deswegen kann ich nicht mal sagen, ob ich durch ein Geräusch oder durch Schwindel aufgewacht bin. Fakt ist jedoch eins, umso häufiger ich nachts wach werde, umso heftiger sind auch die Schwindelattacken am nächsten Tag.

Das lange Durchschlafen

Schlaf

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass Schlaf wichtig ist. Abgesehen davon, dass ich kein junger Hüpfer mehr bin und die Partys, doch nach meinem Gefühl so gegen 21 Uhr enden könnten, finde ich, dass jeder die Chance haben sollte, seinen Schlaf so lange wie möglich, genießen zu können. Mit der Vestibularisparoxysmie ist der Schlafrhythmus noch mal ein anderer. Mein Neurologe erklärte mir mal, dass diese Schwindelerkrankung ja eigentlich eine Gefäßerkrankung ist. Deswegen reagiert man umso intensiver, wenn Gewohnheiten wie Schlaf, Wetter, etc plötzlich anders sind . Das macht irgendwie Sinn. Durch die Vestibularisparoxysmie und der Einnahme von Carbamazepin bin ich gezwungen, im Schnitt 8 bis 10 Stunden zu schlafen. Der Körper erholt sich, Zellen werden zum Wachstum angeregt und der Kreislauf harmonisiert sich. Jeder, der nicht so lange schlafen kann, wird mich wohl jetzt beneiden. Natürlich ist es angenehm, wenn man die Wahl hat, früh ins Bett zu gehen und morgens entspannt aufzustehen. Aber ich finde, auch das beeinträchtigt die Lebensqualität. Wenn ich mir überlege, ich müsste morgens gegen 6 Uhr zu einem Arbeitgeber fahren und Vollzeit arbeiten, wird mir jetzt schon ganz schwindlig. Das würde ich persönlich nicht lange durchhalten und in der Vergangenheit habe ich genau das zu spüren bekommen.

Schlafposition und KopfkissenSchlaf

Die Vestibularisparoxysmie ist aber auch wirklich manchmal zum Ausrasten. Jeder, der an Schwindel leidet, hasst es, abends ins Bett zu gehen, weil er weiß, dass der Schwindel sich meldet. So liegt man gerade oder auf der linken oder auch rechten Seite, schiebt sein Kopfkissen hin und her und doch gibt die Vestibularisparoxysmie keine Ruhe. Ich habe es mir angewöhnt, dass ich mich mit einem Buch entspanne. Das heißt, ich brauche eine gewisse Zeit, bis der Puls runtergefahren und der Alltag beiseite geschoben ist. Denn Stress und hartnäckige Gedanken beleben die Vestibularisparoxysmie, auch im Bett. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dass ich nur noch wenig von meiner Umwelt mitbekomme, geht das Licht aus.

Mein Kopfkissen liebe ich besonders, das kann ich knautschen, doppelt hinlegen und nach Bedarf zwischen meinen Kopf und meine Schultern schieben. Jeder Orthopäde wird jetzt aufschreien und mich vielleicht auch maßregeln wollen, dass sich die Muskeln der Halswirbelsäule dabei anspannen und auch verspannen. In diesem Moment ist es mir aber egal, denn ich weiß, dass mein Schwindel Ruhe gibt, wenn ich so liegen kann, wie ich es will. Diejenigen mit Vestibularisparoxysmie werden es bereits gemerkt haben, dass das waagerechte Liegen, ohne Erhöhung des Kopfes den Schwindel verschlimmert. Jeder wird sicherlich schon seine Schlafposition gefunden haben, die für ihn am besten ist. Medizinisch gesehen, sollte immer mit Erhöhung des Kopfes geschlafen werden, um die Arterie und den Nerv zu entlasten.