Hirnarterien: Blutversorgung des Gehirns

Hirnarterien
Hirnarterien: Blutversorgung des Gehirns

Foto: © Gunther von Hagens‘ KÖRPERWELTEN,Institut für Plastination, Heidelberg, www.koerperwelten.de

Spricht man von einer Vestibularisparoxysmie, so wird immer der Gefäß-Nerv-Kontakt genannt, dabei geht es um eine, der Hirnarterien, die auf den VIII. Hirnnerven drückt und je nach Pulsaktivität Schwindel auslöst.

Individuelle Blutversorgung des Gehirns

So wie jeder Schwindel individuell ist, muss auch jeder Mensch bzw. Patient so betrachtet werden. Gerade bei der Vestibularisparoxysmie fällt auf, dass nicht nur mehr Schwindelattacken, in unterschiedlichen Abständen eine Rolle spielen, sondern sich auch u. a. Drehschwindel dazugesellt. Je nach persönlichen Gegebenheiten ist auch der individuelle Blutkreislauf des Gehirns am Schwindelsymptom beteiligt (hoher Blutdruck, hoher Puls). Das Gehirn selbst wird durch die Blutversorgung mit Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten versorgt. Nur so kann es einwandfrei und ohne Einschränkungen funktionieren. Um eine einwandfreie Blutversorgung des Gehirns zu gewährleisten, sind vier Schlagadern aktiv beteiligt (zwei vorne entlang des Halses und zwei Schlagadern im hinteren Wirbelbereich).

Pulsationstrauma von AICA und PICA

Welcher Ursprung hinter jeder Vestibularisparoxysmie steckt, lässt sich nur aufgrund der vergangenen Lebensjahre vielleicht erahnen. Dabei kommen Unfälle, Operationen oder auch längeres Liegen, aufgrund von Krankheit, in Betracht. Verdächtig ist dabei das sogenannte Pulsationstrauma der Adern PICA und AICA. Über die Halswirbelsäulenarterien werden diese mit Blut versorgt. Durch bestimmte Bewegungen (wie oben genannt) ändert sich deren Position, sodass ein Kontakt mit dem VIII. Hirnnerven unumgänglich ist.

  • Die AICA wird im Lateinischen als untere vordere Kleinhirnschlagader benannt. Sie gehört zum Blutkreislauf des Gehirns und ist ein paariges arterielles Blutgefäß, das auch zum Labyrinth des Gleichgewichtsorganes zählt, um die Sinneszellen im Innenohr zu versorgen.
  • Die PICA ist die untere hintere Kleinhirnschlagader, die ebenso zu den paarigen arteriellen Blutgefäßen zählt. Ihre Position geht in Richtung Kleinhirn, bis sie schließlich zwischen dem X. und XI. Hirnnerven austritt. Jedes Hirngefäß hat seine Aufgabe und versorgt das Gehirn mit allen Stoffen, die zum Leben benötigt werden.

Anhand der obigen Darstellung lässt sich erahnen, wie filigran die Blutversorgung des Gehirns eigentlich ist. Es braucht spezielle Fachkenntnisse, um genau sehen zu können, an welcher Stelle ein Gefäß-Nerv-Kontakt am VIII. Hirnnerven vorliegt und noch präziser kommen diese bei einer Vestibularisparoxysmie OP zum Einsatz.

 

HERZLICHEN DANK an Gunther von Hagens‘ KÖRPERWELTEN, Institut für Plastination, in Heidelberg, für die obige Grafik. Diese hat es mir persönlich besonders angetan, schon deshalb, um den Patienten mit einer Vestibularisparoxysmie, die Möglichkeit zu geben, sich zumindest anhand eines Bildes die Hirnarterien und deren Lage, auch wenn diese bei jedem Menschen unterschiedlich ist, vorstellen zu können.