Schwindelart der Vestibularisparoxysmie

Laut Literatur ist die Schwindelart der Vestibularisparoxysmie relativ schnell genannt: Attackenschwindel, der Sekunden bis Minuten andauern kann. Aber wie sieht es in der Realität aus? Oft kommen Patient und Arzt an ihre Grenzen, wenn es um die genaue Diagnose geht.

Schwindelart wird oft unterschiedlich empfunden

Schwindelart

Die Schwindelart deutet auf die richtige Diagnose hin. Bei der Vestibularisparoxysmie handelt es sich laut Literatur um einen Attackenschwindel, der Sekunden bis Minuten andauern kann.

Nun stellt man sich mal vor, man geht zur Drittmeinung zu einem Facharzt. Denn schließlich möchte man doch nun endlich dem Schwindel einen Namen geben. Und am besten ist diese Diagnose schwarz auf weiß, wenn schon, denn schon. Und schon wieder kommt der Facharzt mit hundert Fragen um die Ecke, aber eigentlich sind es doch immer die gleichen.

  • Dreht es sich oder schwankt es eher?
  • Ist der Schwindel eher kurz über Sekunden, Minuten, Stunden oder Tage?
  • Wenn es sich dreht, in welche Richtung dreht es sich?
  • Wann hat der Schwindel angefangen? Was haben Sie in diesem Moment getan?

Es sind Fragen über Fragen und ich als Patient komme mir fast schon ein bisschen albern vor, beim Beantworten dieser Fragerei. Aber es ist wichtig, gerade, wenn es um die Schwindelart geht. Denn gerade diese gibt Aufschluss und kann helfen, schnell die Diagnose zu finden. Trotzdem erinnere ich mich, wie ich ich all diese Fragen damals beantwortet und mich dabei erwischt habe, wie ich im Nachhinein darüber nachdachte, ob es schwankt oder sich doch dreht?

„Mir zieht jemand den Teppich unter den Füßen weg.“

Die Vestibularisparoxysmie äußert sich in Attackenschwindel, so habe ich es damals gelernt. Ich selbst hatte immer das Gefühl, als würde mir jemand den Teppich unter den Füßen wegziehen oder mich umschubsen wollen. In ganz heftigen Zeiten war ich nicht in der Lage, geradeaus zu laufen und ich bin dadurch zwangsläufig an den Wänden entlang. Hinzu kamen Gefühlsstörungen an der Halswirbelsäule, die aber eher nebensächlich waren.

Der Attackenschwindel hat sich immer Laufe der Jahre, durch die Einnahme von Carbamazepin, in seiner Häufigkeit und Intensität geändert und wurde somit minimiert. Wenn Ärzte von sekunden- und minutenlangen Schwindelattacken sprechen, so meinen sie auch, dass ein Patient mit einer Vestibularisparoxysmie mehrmals hintereinander eine Attacke bekommen kann.

Dieser Umstand kann auch von Tag zu Tag verschieden sein. Mal gibt es nur einen sekundenlangen Schwindel und an anderen Tagen wird der Patient mehrmals von Attacken nacheinander heimgesucht, die den Anschein erwecken, als würde es sich jetzt um einen Dauerschwindel handeln, der durch hunderte kleine Attacken angeheizt wurde.

Attackenschwindel, Schwankschwindel, Dauerschwindel oder doch Drehschwindel?

An machen Tagen fühle ich mich dennoch von der Vestibularisparoxysmie voll eingenommen. Ich empfinde das so, als hätte sich eine weitere Schwindelart hinzugesellt. Nicht nur der Attackenschwindel tritt auf, sondern auch gefühlter Drehschwindel, der sich wie Dauerschwindel äußert und sich kaum in Worte fassen lässt.

Dieser Drehschwindel hat auch immer Benommenheit mit im Gepäck und ich fühle mich eher wie betrunken und nicht klar in Gedanken. Dieser Zustand kann Minuten oder Stunden anhalten, oftmals einen halben Tag lang.

Ich nenne das auch bewusst Zustand, denn etwas Positives kann ich dabei wirklich nicht abgewinnen, auch wenn ich beim Umgang mit dem Schwindel schon ganz weit vorne bin. Bei mir wurde die Diagnose Vestibularisparoxysmie gestellt, die Medikamente zeigen ihre Wirkung, aber dennoch bleibt ein Rest. Und dieser Rest beziehungsweise diese Schwindelart kam neu hinzu.

Natürlich habe ich diesbezüglich mit Fachärzten gesprochen und immer wurde mir bestätigt, dass die Vestibularisparoxysmie sehr heimtückisch ist, auf Dauer kann sich der Schwindel anderweitig äußern und wenn man ganz viel Pech hat, kommen Hörminderung und Tinnitus hinzu. Was genau da im Kopf passiert, kann niemand so genau sagen.

Ich selbst habe mir eine Theorie zurechtgelegt, ob diese stimmt, werde ich früher oder später erfahren: Die Arterien bewegen sich frei – so wie schwimmend im Kopf. Je nach Kopfposition oder -lage kann sich auch die Position der jeweiligen Arterie zum VIII. Hörnerv ändern. Verspannungen an der Wirbelsäule oder am Hals-Nacken Bereich führen zu Fehlhaltungen und so ändert sich auch unbewusst die Lage des Kopfes. Die Arterie sucht sich einen neuen Weg und irritiert den Nerven an einer anderen Stelle oder noch intensiver als bisher.