Schwindelambulanz für jede Schwindelart

Schon als sich bei mir der erste Schwindel bemerkbar machte, war die Rede von der Vorstellung in einer Schwindelambulanz. Das  hörte sich auch soweit erst mal gut an. Dort soll es schließlich Fachärzte geben, die sich mit diesem Symptom auskennen und genau wissen, wonach sie suchen müssen.

Wartezeiten in Großstädten sind enorm

Nun habe ich mich an den PC gesetzt und das Internet durchforstet. Man kann wirklich sagen „durchwühlt“, denn wenn man als Patient auf der Suche nach der geeigneten Schwindelambulanz in seiner Region ist, muss man feststellen, dass doch die Informationen recht dürftig sind. Mit der Zeit habe ich allerdings gelernt, dass ein professioneller Internetauftritt nicht alles ist. Und so kann man als Schwindelpatient froh sein kann, einen Termin in einer Schwindelambulanz zu bekommen.

In diesem Fall ging es wirklich darum, überhaupt einen Termin zu bekommen, mal ganz abgesehen von langen Wartezeiten. Ein Anruf genügte, um zumindest als gesetztlich Versicherte auf der Warteliste zu landen. Die Schwindelambulanz würde sich dann melden, sobald die Position der Warteliste erreicht ist, um dann in den nächsten 14 Tagen ein Termin mit mir zu vereinbaren.

Bis zu diesem Anruf kann aber ganz locker ein halbes bis dreiviertel Jahr vergehen. Als Schwindelpatient ist das natürlich der absolute Wahnsinn, wenn man bedenkt, die ganze Zeit zu warten und noch weiter mit diesem Schwindel rumzulaufen, geschweige denn, seinem Alltag nachzugehen.

Termine bei Fachärzten sind ebenso nützlich

Nun habe ich mir selbst Termine bei unterschiedlichsten Fachärzten geholt und habe genau die Untersuchungen durch, die eine Schwindelambulanz auch verordnen würde. Praktisch kann man sagen: Ich habe die Wartezeit ausgenutzt. Nach einem dreiviertel Jahr rief nun die Schwindelambulanz an, um mir die frohe Botschaft zu übermitteln, es sei jetzt ein Termin frei.

Die Frage, ob ich denn derzeit bereits Medikamente gegen den Schwindel nehme, habe ich bejaht. Und so kam es, dass mir dieser Termin bei der Schwindelambulanz verwehrt blieb, denn schließlich werde ich ja nun therapiert und ich brauche Geduld.

Mit meiner Diagnose Vestibularisparoxysmie in der Tasche bin ich weiterhin zu jedem Termin beim Neurologen gegangen. Denn zwischenzeitlich habe ich Carbamazepin verordnet bekommen, um den Schwindel einzudämmen.

Die Vestibularisparoxysmie stand nun fest, ich nehme Medikamente und kann doch eigentlich froh sein, dass ich die Wartezeit auf einen Termin bei der Schwindelambulanz soweit ausnutzen konnte, um meine Diagnose zu bekommen. Dennoch wollte ich es mir nicht nehmen lassen, doch noch bei der Schwindelambulanz vorzusprechen. Es muss doch schließlich möglich sein, an Fachärzte ranzukommen, auch wenn bereits die Diagnose feststeht?

Bestätigung der Schwindelambulanz

Nun habe ich das von einer anderen Seite betrachtet und habe nochmal bei einer Schwindelambulanz angerufen und um einen Termin zur Zweitmeinung gebeten. Das sollte kein Problem sein, jeder hat das Recht dazu und vielfältige Möglichkeiten dazu gibt es auch. Nun musste ich schon fast lachen, denn auch hier betrug die Wartezeit mehr als 7 Monate. Anhand der langen Wartezeit wird einem erst mal bewusst, wie viele Menschen doch mit Schwindel geplagt sind.SchwindelambulanzNun war es endlich soweit und ich hatte den besagten Termin in der Schwindelambulanz. Natürlich habe ich alle Unterlagen mitgenommen, die ich bereits hatte – MRT und alle Auswertungen der unterschiedlichsten Untersuchungen. Ich habe gleich klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass ich wegen der Zweitmeinung da bin und mir wünsche, dass ein professioneller Blick auf mein MRT geworfen wird.

Die Fachärzte lobten alle Untersuchungen und waren auch der Meinung, dass nicht alles nochmal gemacht werden muss. In einem Gespräch untereinander werden einmal wöchentlich MRT Bilder zusammen mit Neurologen und anderen Fachärzten ausgewertet. So kam es, dass ich erneut zum Termin musste – aber dieses Mal innerhalb einer Woche. Die Vestibularisparoxysmie wurde mir bestätigt, mit genaueren Angaben und Therapiemöglichkeiten zur Verbesserung des Gleichgewichts genannt.

Der Termin in der Schwindelambulanz hat sich trotzdem gelohnt, zumindest in der Hinsicht, dass mir die Vestibularisparoxysmie schriftlich bestätigt wurde und meine Fragen beantwortet wurden.

Jeder, der unter Schwindel leidet, weiß: Aufgeben ist keine Option! Und so wird wohl jeder, der nach Informationen sucht, Termine bei Fachärzten wahrnehmen, erneut hinterfragen und so lange seine Diagnose in Frage stellen, bis er zu 100 % Klarheit hat.