KontrolleKontrolle

Wer unter Vestibularisparoxysmie leidet, sollte sich mindestens 3 x jährlich beim behandelnden Neurologen zur Kontrolle vorstellen. Anfangs empfand ich das als große Last. Denn immer wieder wurde mir nahegelegt, doch endlich mal eine Psychotherapie zu beginnen oder mich mit dieser Diagnose abzufinden. Ich werde, auch wenn ich hier so locker darüber schreibe, nie so richtig mit dem Schwindel umgehen können. Denn damit umgehen, heißt ja auch, diesen Schwindel zu vergessen, ihn beiseitezuschieben, als wäre er nicht da. So einfach ist das nicht und jeder, der an Vestibularisparoxysmie leidet, wird mir diese Aussage bestätigen.

Fachwissen des Neurologen

Die Kontrolle beim Neurologen dient in erster Linie dazu, um festzustellen, ob es dem Patienten soweit gut geht, ob er unter Depressionen leidet oder anderweitige Sorgen hat. Bei den ersten Kontrolluntersuchungen war ich immer aufgeregt. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt und welche neuen Erkenntnisse er für mich parat hat. Anfangs habe ich mir einen Zettel geschrieben, mit all den Fragen, die mir zwischenzeitlich einfielen. Irgendwie kam es mir vor, wie eine Frage-Antwort-Stunde, in der der Neurologe sein ganzes Fachwissen auf den Tisch packen musste. Zuhause angekommen, fielen mir neue Fragen ein und so ging das Ganze über 2 Jahre – Fragen aufschreiben, den Neurologen fragen, unwisssend bleiben und die gleichen Fragen anders formulieren.

Ich habe festgestellt, dass der Neurologe nicht alles weiß und auch nicht alles wissen kann. Wenn man bedenkt, wie viele Patienten mit einer Vestibularisparoxysmie aus der Schwindelambulanz nach Hause geschickt werden, kann man sich schon vorstellen, dass Forschungsergebnisse fehlen. Ich habe selbst nach angehenden Forschungen gefragt, aber keine Klinik möchte sich mit dieser Schwindelform der Vestibularisparoxysmie auseinandersetzen.

In der Zwischenzeit habe ich mich viel belesen und habe mir mein Puzzle selbst zusammengestellt. Ich weiß, wann ich genau was machen sollte, und an welchen Tagen ich es bleiben lasse. Neurologische Untersuchungen sind trotz der vielen Fragen wichtig. So wird mir im Abstand von einem halben Jahr Blut abgenommen, um zu schauen, wie sich das Carbamazepin im Körper verhält und welche Werte der Blutspiegel aufweist. Gerade bei Dosissteigerungen sind diese Blutkontrollen unumgänglich.