Medikation bei Vestibularisparoxysmie

Dosierung und Wirkung

Sobald die Diagnose feststeht, folgen Gespräche über eine geeignete Medikation bei Vestibularisparoxysmie. Jeder, der diese Schwindelattacken hat, wünscht sich geeignete Medikamente, um seine Lebensqualtität wieder zu erhöhen. Ganz so leicht erfüllt sich dieser Wunsch aber nicht. Bei dem einen wirkt die verordnete Medikation sofort, ein anderer wiederum reagiert mit sämtlichen Nebenwirkungen. Die erste Wahl bei Vestibularisparoxysmie ist Carbamazepin.

Die Antiepileptika Carbamazepin wurden mir verordnet, zuerst in geringer Dosis. Ich habe viel darüber gelesen. Auch wenn die Informationen nicht immer positiv sind und auch die Meinungen von Ärzten und Nichtärzten auseinandergehen, so kann ich sagen: Ich habe Glück, dass ich Momente erleben darf, in denen die Vestibularisparoxysmie Ruhe gibt.

Medikation bei Vestibularisparoxysmie Beruhigung für das Nervensystem

Carbamazepin gehört zur Gruppe der Antiepileptika und wird, wie das Wort schon sagt, bei Patienten eingesetzt, die an Epilepsie leiden. Diese Medikamentengruppe wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Ich habe mit Leuten gesprochen, die eine sehr schmerzhafte Nervenentzündung im Gesicht hatten und mit Carbamazepin behandelt wurden. Das spricht dafür, dass Nerven, gerade im Kopfbereich dadurch ruhig gestellt werden. Ob das nun vorteilhaft ist und immer auf offene Ohren stößt, sei dahingestellt. Aber ich habe gemerkt, dass es mir mit Carbamazepin deutlich besser geht.

Um herauszufinden, ob es sich bei mir wirklich um eine Vestibularisparoxysmie handelt, bekam ich 200 mg / Tag, aufgeteilt für morgens und abends mit je 100 mg, verordnet. Wie schon im Bereich Diagnose berichtet, halfen diese Medikamente sofort und das Schlafen war wieder ungestört möglich. Natürlich musste sich mein Körper daran gewöhnen. So bleiben Müdigkeit und Trägheit erst mal nicht aus.

Dosissteigerung von Carbamazepin

Nach wenigen Wochen und einer regelmäßigen Einnahme von Carbamazepin merkte ich, dass die Schwindelattacken an Intensität und Dauer wieder zunahmen. Ich sprach erneut beim Neurologen vor, der eine Dosissteigerung vornahm. So wurde aus 200 mg/ Tag die doppelte Medikation. Jeder sollte wissen, dass diese Dosissteigerung nicht von heute auf morgen möglich ist. Denn der Körper braucht Zeit. So wurden nach und nach die Milligramm erhöht, bis ich schließlich bei 400 mg/Tag angekommen war. Zur damaligen Zeit arbeitete ich noch in einem Büro, saß über mehrere Stunden am Rechner und hatte auch sonst einen sehr stressigen Arbeitsalltag. Der Schwindel nahm wieder an Intensität zu und ließ mir auch tagsüber keine Ruhe. Die Dosis von Carbamazepin wurde nach und nach auf 600 mg und dann auf 800 mg/Tag erhöht. Da mich der Schwindel nicht in Ruhe ließ und ich nicht mehr in der Lage war, meinen Beruf auszuüben, blieb mir nichts anderes übrig, als das Arbeitsverhältnis zu beenden.

Langzeitwirkung der Medikation

Es gibt einen Unterschied zwischen Carbamazepin und Carbamazepin retard. Die zweite Variante empfiehlt sich für eine Langzeitwirkung. Da ich zwischenzeitlich immer wieder mit Schwindelattacken zu kämpfen hatte, wurde Carbamazepin in seiner Dosisgabe geändert. So musste ich nicht mehr morgens und abends Medikamente nehmen, sondern alle 4 Stunden 200 mg. Diese Dosis nehme ich bis heute. Es ist nicht immer leicht, alle 4 Stunden an die Medikamente zu denken, aber dennoch ein geeigneter Weg.

Dass die Symptome der Vestibularisparoxysmie bei der Einnahme von Medikamenten verschwinden, ist ein Trugschluss. Mein Hausarzt hat es einmal schön formuliert: „Die Vestibularisparoxysmie bleibt, es werden nur die Symptome gelindert und die Lebensqualität steigt.“ Die Intensität der Schwindelattacken nimmt ab, so bleiben vielleicht 20%. Es gibt aber auch Tage, an denen selbst der Glaube an die richtige Medikation bei Vestibularisparoxysmie schwindet.